Es ist 5:00 Uhr und ich bin wach. Versuche nochmal einzuschlafen. Klappt nicht. Hinter mir bereitet sich ein Drohnengeschwader auf seinen Einsatz vor. Sie synchronisieren sich und dröhnen im Einklang. Die Schwebewespen im Apfelbaum bereiten sich wohl auf einen Luftangriff vor.
Ich stehe auf, kraxele den Weg zum Toilettenhäuschen hoch. Auf dem Rückweg denke ich erst an ein Auto, das den Schotterweg hochfährt, bis das Geräusch viel zu schnell näher kommt und noch lauter wird. Keine 150 m von mir, auf gleicher Höhe, fliegt ein Hubschrauber durch das Tal und an unserer Plattform vorbei. Später erinnert mich Claudia an ein Schild, das wir am Vortag mit dem Hinweis auf Düngehubschrauber gesehen haben.


Um 7 wollten wir uns eigentlich zum Frühstück treffen, aber auch Claudia ist schon früher wach. Nach dem Frühstück schiebt sich die Sonne langsam hinter den Büschen hervor, und es wird heiß auf unserer Plattform. Um 8:30 Uhr brechen wir auf und machen noch ein kleines Fotoshooting an einem Aussichtspunkt.



Bergab geht es ein Stück durch den Wald. Wir kommen an der Ruine der Liebfrauenkirche vorbei und wandern dann durch die Weinreben bis nach Wolf. Dort füllen wir an der öffentlichen Toilette am Radweg unser Wasser auf und schlendern über die Brücke zur Bushaltestelle. Wir genießen noch eine schöne Fahrt durch die beeindruckende Landschaft – fast wie eine gebuchte Sightseeing-Tour.




Mit dem Betreten des zu spät kommenden Zuges ist es dann auch endgültig vorbei mit der Idylle. Das Zugchaos beginnt.
Drei JGAs, eine Männerfußballtruppe, viel Alkohol – aber wenigstens gute Musik. Defekte Türen. Toiletten außer Betrieb. Minütliche Fahrplanänderungen. Baustellen. Notarzteinsatz, Feuerwehr, Tornado und Starkregen. Mit 3,5 Stunden Verspätung kommen wir zu Hause an.
Fazit: Die beiden Trekkingplattformen sind wunderschön gelegen und auf jeden Fall eine Übernachtung wert. Es führt nicht „der eine“ Weg dorthin. Unsere Strecken waren jeweils rechts kurz mit 10, 12 und 5 Kilometern, aber um Strecke machen ging es dieses Mal auch nicht, sondern darum Zeit miteinander zu verbringen, Entschleunigung, kreativ sein und eine entspannte Zeit zu haben.