Geinfluenced – aber mal so richtig. Und das meine ich in diesem Fall durchweg positiv. Durch den Blog littleredhikingrucksack und Annes Bilder auf Instagram habe ich nämlich erst vom Moseltrekking erfahren. Und wusste: Irgendwann möchte ich auch dort oben, mitten im Wald, bei schönstem Sonnenschein aufwachen. Ein Jahr später war es so weit. Nach meiner „sportlichen“ Tour auf dem Malerweg ging es nach nur zwei Tagen wieder los. Auf zum Genusswandern an der Mosel. Unser Mädelswochenende kann beginnen.
Willkommen bei der Deutschen Bahn – Ankunft in Traben Trarbach
Ich checke unsere Verbindung am Abend zuvor bestimmt noch fünfmal, bevor ich ins Bett gehe. Am nächsten Morgen, 30 Minuten vor der Abfahrt beim Bäcker, öffne die Bahn-App. Baustelle am Rehbergtunnel bei Altenbeken. Ihre Verbindung fällt aus. Nicht euer Ernst. Ich vergesse mir einen Kaffee zu holen, packe meine Brötchen und gehe zum Bahnhof. Ich versuche, eine andere Verbindung zu finden. Gestaltet sich schwierig. Der Zug kommt in Lüchtringen 15 Minuten zu spät an. Die Verbindung nach Paderborn fällt komplett aus. Egal – ab Brakel sitzen Claudia und ich zusammen im Zug und unser Mädelswochenende beginnt. Wir holen uns einen Kaffee und gönnen uns ein Wegbierchen aus der Bahnhofsmission in Altenbeken. Frei nach dem Motto: keine Termine und leicht einen sitzen.

Wir warten 45 Minuten auf den Ersatzzug, der zum Glück direkt nach Hamm fährt. Hamm – Köln – Koblenz – Bullay und mit dem Bus noch mal 43 Minuten bis Traben-Trarbach. Der Schaffner von Hamm nach Köln bringt uns mit seiner Durchsage zum Schmunzeln: „Wir können sagen, wir haben 47 Minuten Verspätung – oder wir können uns vorstellen, wir wären der Anschlusszug und sind 13 Minuten zu früh.“
Wein, Käse, Brot und ein bisschen Wandern mit Hindernissen
Nach acht Stunden sind wir am Ziel. Mit 100 Verspätungen und unplanmäßigen Stopps kommen wir tatsächlich nur 1,5 Stunden später als geplant an. Im Zug und Bus sitzend erhaschen wir die ersten Ausblicke auf die Mosel und die umliegenden Weinberge.
Erste Mission: Wein kaufen. Wir steuern den nächsten Winzer an. Bei Louis Klein bekommen wir zwei sehr leckere Weine eingeschenkt, die wir auch direkt kaufen: einen Rotling feinherb und einen frischen Riesling.
Zweite Mission: Käse und Brot. Über die Brücke, mit einem wunderschönen Blick auf die Weinberge, kommen wir zum Edeka in Traben und plündern die Käsetheke. Brie, Blumenwiese, Bergkäse – und noch eine Tomate. Beim Bäcker nehmen wir das letzte Focaccia mit. Es wird ein Fest.
Mission drei: Auf unserer Trekkingplattform ankommen. Gestaltet sich schwieriger als gedacht. Ich wollte Claudia, als Trekkingneuling mit schwerem Rucksack, eine Genusswanderung bieten. Geworden ist daraus ein doch recht abenteuerlicher 10-km-Trip.
Ich achte einmal zu wenig auf den Weg – prompt laufen wir 500 m in die falsche Richtung. Bei schweißtreibenden 30 Grad geht es also wieder ein Stück zurück durch die malerischen Weinberge. Wieder vorbei an der kleinen Ziegenherde, die uns überrascht beäugt. So steil wie der erste Anstieg wird es zum Glück nicht mehr (Das waren stolze 200 Höhenmeter auf zwei Kilometern).
Wir folgen dem „Moselseitensprung“ hinunter zur Therme über einen schönen kleinen Weg und kommen dann auf den „Elfenpfad“, dem wir bis zum Ende folgen. Hier gibt es verschiedene niedliche Aktionen für Kinder zu entdecken.
Ein weiteres Mal verlaufen wir uns so halb, entdecken aber das Schild „Zum Wildstein“, einem Naturdenkmal. Da müssen wir lang. Der Rest des Weges ist unglaublich malerisch – mit blühendem Fingerhut, fluffigen Graspuscheln und knorrigen Buchen.
Wir gehen noch ein bisschen hoch und runter über schmale Pfade, bis… da auf einmal ein Baum den Weg versperrt. Links Abhang, rechts geht’s steil hoch. Durch den Baum durchquetschen ist nicht. Also kraxeln wir den Hang hoch und schlagen uns durchs Unterholz.










Willkommen auf der Trekkingplattform „Weitsicht“
Nach einem weiteren Kilometer kommen wir, kurz bevor die Sonne hinter den Bergen verschwindet, um 21:30 Uhr an unserer Trekkingplattform an. Sie ist einfach zauberhaft und wird den Bildern absolut gerecht. Wir bauen die Zelte auf und laben uns an Wein und Käse.
Auf Trab halten uns die Florfliegen, von denen wir umschwirrt werden und die in unseren Haaren landen. 1999 war sie übrigens Insekt des Jahres. Herzlichen Glückwunsch.
Erwähnenswert ist auch das Luxusklo. Es erwartet einen ein voll ausgestattetes Toilettenhäuschen mit Einstreu, Spiegel, Lüftungsluke und Mülleimerchen.
Glücklich fallen wir in unserer Zelte und schlafen beim wohlig warmen Sommerwetter ein.




Die Trekkingplattformen lassen sich ganz einfach über die Seite der Mosel Region buchen. Nach der Buchung bekommt man die konkreten Koordinaten der jeweiligen Plattform zugeschickt und einen Code für das Toilettenhäuschen.
Wir haben uns bei der Wegeplanung an der Route von thelittleredhikingrucksack orientiert, die ihr auf Komoot findet.